Mein Hund ist ein Angsthase – Teil 2

Hund hat Angst

Nicht jeder Hund lebt nach der Devise „Hoppla, jetzt komm’ ich!“ Es gibt auch viele eher schüchterne, sogar ängstliche Exemplare. Wichtig ist es, dem Hund dabei zu helfen, Ängste zu überwinden, schreibt Hundeerziehungsberater Holger Schüler. Ob vor dem Autofahren, dem Staubsauger oder dem Gebürstet werden.

Der Umgang mit Ängsten ist eine ständige Gratwanderung

Auf der einen Seite muss man mit dem Angstauslöser arbeiten, auf der anderen Seite darf man den Hund nicht überfordern. Die goldene Regel lautet: Annäherung und Rückzug.

Wenn der Hund z.B. Angst vor dem Staubsauger hat, sollten Sie ihn langsam daran gewöhnen und nicht überfallen. Lassen Sie z.B. den Staubsauger im Nebenraum laufen, wenn der Hund frisst. Ermuntern Sie ihn, sich soweit zu nähern, wie er kann. Spielen Sie mit ihm oder füttern Sie aus der Hand, und kommen dabei dem Staubsauger immer näher. Wenn Sie merken, dass der Hund alarmiert ist, vergrößern Sie den Abstand wieder – um ihn dann wieder ein Stückchen zu verkleinern.

Kleine Schritte sind immer der schnellste Weg zum Ziel

Lassen Sie den Hund nicht gleich die ganze Treppe gehen, sondern nur eine Stufe, dann zwei usw. Machen Sie nicht sofort die Autotür zu, sondern lassen Sie den Hund nur einsteigen, eine Belohnung einheimsen, und wieder aussteigen. Annäherung und Rückzug bedeutet auch, kreativ zu werden, auf den Hund einzugehen und immer bereit zu sein, einen Schritt zurückzugehen. Aber dann auch wieder einen nach vorne! Fallen Sie nicht in eine Vermeidungsstrategie.

Das wichtigste überhaupt: Zeigen Sie Ihrem Hund ganz deutlich, dass Sie selbst keine Angst haben. Wer ständig Ausschau nach der nächsten Gefahrenquelle hält, beim Anblick eines Autos die Leine sofort kürzer fasst oder bei jedem lauten Geräusch zusammenzuckt – also die Reaktion des Hundes vorwegnimmt – bestätigt nur den Hund in seiner Ansicht, dass Grund zur Sorge besteht.

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